Zeugenbeistand bei der Polizei

Gewicht locker gestemmtAls Opfer einer Straftat sind Sie fast immer auch Zeuge im strafprozessualen Sinne.

Selbst wenn Sie die Straftat nicht beobachtet haben, so können Sie doch die notwendigen Angaben zu einem entstandenen Schaden machen. Bereits zu einer ersten polizeilichen Zeugenvernehmung haben Sie die Möglichkeit, Ihren Zeugenbeistand hinzuzuziehen.

Die Rechte Ihres Beistandes in der Vernehmung gehen nie weiter als Ihre eigenen.

Der Zeugenbeistand ist ein stumpfes Schwert und dient in erster Linie Ihrer mentalen Sicherheit in einer für Sie ungewohnten Situation. Sofern in der Vernehmung lediglich ein Sachverhalt erarbeitet werden soll, ist Ihr alleiniges Erscheinen oder Ihr Erscheinen gemeinsam mit einer Vertrauensperson in aller Regel völlig bedenkenlos.

Sobald aber Fragen nach Ihrer eigenen Beteiligung oder rechtliche Fragen eine Rolle spielen, macht die Beauftragung eines in den Zeugenrechten der Strafprozessordnung bewanderten Rechtsanwaltes „Sinn“.

Das sind wir Strafverteidiger. Auch wenn Sie als Opfer keinen Verteidiger im wörtlichen Sinne benötigen, so ist es unsere Spezialdisziplin – nur spiegelverkehrt.

Der Sie vernehmende Polizeibeamte ist mit Sicherheit nicht Ihr Feind, aber wenn sich Anhaltspunkte aus Ihrer Vernehmung ergeben, so muß er gegebenenfalls auch gegen Sie oder Ihre Familienangehörigen ermitteln und alles, was Sie bis dahin treulich geantwortet haben, kann Sie nun belasten. Ob zu Recht oder Unrecht, ist ersteinmal völlig egal.

Es gilt auch im deutschen Recht die aus amerikanischen Spielfilmen bekannte Belehrung: „Alles was Sie sagen kann und wird gegen Sie verwandt werden!“

Der vernehmende Polizeibeamte ist hervorragend im Strafrecht geschult, aber er ist nur selten juristischer Profi. Selbst erfahrene Kriminalbeamte machen Fehler in Vernehmungen, deren juristische Tragweite erst zu einem viel späteren Zeitpunkt erkennbar wird.

Oft neigen Zeugen gerade wegen des häufig vertrauenerweckenden Plaudertons in einer polizeilichen Vernehmung dazu, Dinge über sich oder Familienangehörige oder besonders geschützte Geheimisse nebenbei preiszugeben, die sie oder den Angehörigen einer strafrechtlichen Verfolgung aussetzen können. Da bedarf es schon eines strafprozessual sehr geschulten Vernehmungsbeamten, der Sie an dieser Stelle Ihrer Aussage erneut auf Ihr Zeugnisverweigerungsrecht nach § 55 oder § 53 StPO hinweist.

Wenn Sie unser Wissen und unsere Erfahrungen im Opferschutz nutzen wollen, sollten Sie uns mit der Erstberatung beauftragen!

Sie können uns auf vielfältige Weise erreichen: Kontakt zum Opferanwalt

Wir bieten Ihnen eine für Sie kostenlose Erstberatung durch unseren Opferanwalt.

Versprochen!